Was muss auf eine Webseite? Die Kurzantwort
Auf die Webseite eines kleinen Betriebs gehören acht Dinge: ein klarer Satz zu deinem Angebot, dein Einsatzgebiet, ein einfacher Weg zur Kontaktaufnahme, echte Fotos, etwas Vertrauensbildendes wie Kundenstimmen, ein Impressum, eine Datenschutzerklärung und eine Darstellung, die auf dem Handy gut funktioniert.
Alles andere ist nett, aber nicht nötig. Eine Seite mit diesen acht Punkten ist besser als eine große Seite, auf der man nichts findet.
Die Reihenfolge ist wichtig. Oben stehen die Dinge, nach denen Besucher zuerst suchen: Was machst du, wo, und wie erreiche ich dich. Pflichtangaben und Hintergründe stehen weiter unten oder auf eigenen kleinen Seiten.
Was suchen Besucher auf deiner Seite?
Wer deine Seite öffnet, hat meist ein konkretes Problem. Der Heizkörper ist undicht, der Rücken schmerzt, der Hund braucht einen Termin beim Friseur. Die Person will wissen: Macht der Betrieb das? Ist er in meiner Nähe? Wie komme ich schnell an einen Termin?
Viele Besucher entscheiden in Sekunden, ob sie bleiben. Deshalb muss der obere Teil der Seite diese drei Fragen beantworten, ohne dass jemand scrollen oder suchen muss. Alles, was weiter unten steht, vertieft nur noch.
Denke an einen echten Anruf. Eine Kundin ruft beim Malerbetrieb an und fragt: „Streichen Sie auch Treppenhäuser? Und kommen Sie nach Linden?“ Genau diese Fragen soll deine Seite beantworten, bevor das Telefon klingelt. Sammle deshalb die Fragen, die Kunden dir am häufigsten stellen, und baue die Seite um diese Fragen herum.
Die Checkliste: acht Punkte für jede Webseite
- Was du anbietest. Ein Satz ganz oben, zum Beispiel: „Malerbetrieb für Wohnungen und Treppenhäuser in Hannover“.
- Wo du arbeitest. Nenne Stadt, Stadtteile oder Umkreis. Wer deinen Ort nicht findet, geht weiter.
- Kontakt. Telefonnummer, E-Mail oder Formular, dazu Öffnungszeiten, wenn sie wichtig sind. Mehr dazu in Kontakt: Formular, Telefon, WhatsApp oder Terminbuchung.
- Leistungen. Eine kurze Liste dessen, was du machst, jeweils mit ein bis zwei Sätzen.
- Echte Fotos. Du, dein Team, dein Laden, deine Arbeit. Warum das wirkt, steht in Echte Fotos statt Stockbilder.
- Vertrauen. Kundenstimmen, Bewertungen, Zertifikate oder Mitgliedschaften, soweit sie echt sind.
- Impressum und Datenschutz. Beides muss von jeder Seite aus leicht erreichbar sein.
- Handytauglichkeit. Texte lesbar, Knöpfe groß genug, Telefonnummer antippbar.
Die Liste klingt einfach, aber viele Seiten scheitern an einem einzigen Punkt. Oft fehlt der Ort, oder die Telefonnummer steckt tief im Impressum. Gehe die acht Punkte nacheinander durch und hake sie ab. Fehlt einer, ergänze ihn zuerst, bevor du an Farben, Schriften oder Animationen denkst. Gutes Aussehen hilft, aber es ersetzt keine Antwort auf die Frage, ob du der richtige Betrieb bist.
Auch die Reihenfolge der Leistungen zählt. Nenne zuerst, womit du das meiste Geld verdienst oder was Kunden am häufigsten anfragen. Seltene Sonderleistungen kommen danach.
Wie zeigst du Angebot und Ort deutlich?
Schreibe ganz oben in einfachen Worten, was du tust und für wen. Vermeide große Versprechen wie „Ihr Partner für alles“. Besser ist ein Satz, den ein Kunde so auch am Telefon sagen würde.
Der Ort gehört ebenfalls nach oben und nicht nur ins Impressum. Eine Physiotherapie in List sollte „Hannover List“ sichtbar nennen. Das hilft Besuchern, und es hilft auch Suchmaschinen und KI-Assistenten zu verstehen, wo du tätig bist. Wie du die Texte dafür aufbaust, erklärt Texte für die Webseite: Was schreibe ich?.
Ein kurzes Beispiel: Eine Physiotherapie-Praxis schreibt oben „Physiotherapie in Hannover Döhren, Termine auch am Abend“. Darunter stehen drei Knöpfe: anrufen, Termin anfragen, Anfahrt. Mehr braucht der erste Eindruck nicht.
Welche Pflichtangaben brauchst du?
Fast jede geschäftliche Webseite braucht ein Impressum. Die Grundlage ist § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG). Wenn du Daten von Besuchern verarbeitest, brauchst du außerdem eine Datenschutzerklärung nach der DSGVO. Das kann schon durch ein Kontaktformular, Statistik-Werkzeuge, eingebettete Karten oder Videos der Fall sein.
Welche Angaben genau hineingehören, hängt von deiner Rechtsform und deinem Beruf ab. Manche Berufe haben zusätzliche Pflichten. Das ist keine Rechtsberatung. Lass das Impressum und die Datenschutzerklärung vor dem Start prüfen. Die Grundlagen findest du in Impressum und Datenschutz für kleine Betriebe.
Beachte noch zwei Dinge. Erstens: Wenn du eingebettete Karten, Videos oder Statistik-Werkzeuge nutzt, kann das zusätzliche Pflichten auslösen. Für den Zugriff auf das Endgerät des Besuchers, etwa durch Cookies, gilt § 25 TDDDG. Zweitens: Wenn du Dienstleistungen für Verbraucher online anbietest, kann auch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) eine Rolle spielen. Es gilt seit dem 28.06.2025, für Kleinstunternehmen mit Dienstleistungen gibt es Ausnahmen. Ob das auf dich zutrifft, lass prüfen.
Warum muss die Seite auf dem Handy funktionieren?
Viele Menschen suchen einen Handwerker, ein Café oder einen Termin unterwegs auf dem Smartphone. Wenn die Schrift winzig ist oder man die Telefonnummer abtippen muss, springen sie ab.
Prüfe deine Seite deshalb zuerst auf dem Handy. Ist der Anrufknopf sofort zu sehen? Lässt sich alles ohne Zoomen lesen? Warum das so wichtig ist, steht in Warum es auf das Handy ankommt.
Prüfe auch, ob der Kontakt am Handy mit einem Tippen funktioniert. Eine Telefonnummer sollte beim Antippen direkt den Anruf starten. Ein Formular sollte wenige Felder haben, denn jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen. Frage nur nach Name, Erreichbarkeit und einer kurzen Beschreibung des Anliegens.
Was kannst du am Anfang weglassen?
Eine Seite wird nicht besser, weil mehr darauf steht. Verzichten kannst du zum Start auf:
- einen Blog, wenn du keine Zeit für regelmäßige Beiträge hast
- lange Texte über die Firmengeschichte
- Slider mit vielen wechselnden Bildern
- Musik oder Videos, die von selbst starten
- Leistungen, die du gar nicht mehr anbietest
Eine kleine, gepflegte Seite wirkt besser als eine große, die veraltet ist. Ob eine einzelne Seite reicht oder mehrere sinnvoll sind, hängt von deinem Angebot ab. Wir bauen Webseiten zum Festpreis, aber die acht Punkte oben gelten genauso, wenn du selbst baust.
Plane außerdem ein, die Seite zu pflegen. Öffnungszeiten ändern sich, Mitarbeiter wechseln, Leistungen kommen dazu. Setze dir zweimal im Jahr einen Termin, um Texte, Fotos und Kontaktdaten zu prüfen. Eine Seite mit falschen Zeiten kostet mehr Vertrauen als eine einfache Seite, die stimmt.
Häufige Fragen
Brauche ich als Kleinunternehmer ein Impressum?
Wenn deine Webseite geschäftlich genutzt wird, ja, in aller Regel. Auch ein kleiner Betrieb oder Freiberufler braucht meist ein Impressum. Welche Angaben genau nötig sind, lass im Einzelfall prüfen. Das ist keine Rechtsberatung.
Reicht eine Seite mit Kontaktdaten und Impressum?
Als Visitenkarte im Netz reicht das oft zum Start. Besser ist, wenn auch Angebot, Ort und ein paar echte Fotos zu sehen sind, damit Besucher verstehen, wen sie vor sich haben.
Wie viele Seiten sollte die Webseite eines kleinen Betriebs haben?
Das hängt davon ab, wie viele verschiedene Leistungen und Standorte du hast. Für einen Betrieb mit einem klaren Angebot reicht oft eine Seite, plus Impressum und Datenschutz.
Aktualisiert am 9. Oktober 2026. Dieser Text ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.